Thomas Pappert StadtratThomas Pappert Stadtrat

Mein Redebeitrag – sinngemäße Fassung einer vorab verschriftlichten Rede:

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,
sehr geehrte Damen und Herren,

ohne lange Vorrede:
So, wie die Eichgasse heute aussieht, kann sie nicht bleiben.
Darüber bestand im Gemeinderat weitgehend Einigkeit – mit einzelnen Ausnahmen.

Sanierung und Verschönerung: ja.
Eine ideologisch links-grün geprägte, überteuerte und in Teilen anwohnerunfreundliche Umgestaltung: nein.

Für die Umgestaltung dieser wenig frequentierten Gasse wurden 3,487 Millionen Euro bewilligt.
Hinzu kommen weitere 215.870 Euro für einen bronzenen Zeitstrahl im Boden, der zugleich als Blindenleitelement dienen soll. Abzüglich lediglich 360.000 Euro Förderung trägt die Stadt Heilbronn den Großteil der Kosten selbst. Hintergrund ist unter anderem der Titel „European Green Capital 2027“, den Heilbronn gewonnen hat. Im Titeljahr will man zeigen, dass man „grün“ kann – offenbar auch dort, wo es fragwürdig sinnvoll ist. Geplant ist, das Stadtklima in der Eichgasse zu verändern: Stichwort „Schwammstadt“. Regenwasser soll unterirdisch gesammelt und in Trockenphasen zur Bewässerung genutzt werden. Zusätzlich sind Wasserspiele vorgesehen, die an heißen Tagen zur Abkühlung beitragen sollen.

Die Folgekosten werden dabei gern übersehen:
16.000 Euro Unterhaltungskosten – jedes Jahr.

Zur sogenannten Bürgerbeteiligung:
Vor einiger Zeit wurden die Entwürfe des Bauamts den Anwohnern vorgestellt.
Man konnte Anmerkungen machen, Kritik äußern, Wünsche formulieren – sogar farbige Aufkleber auf den Plänen anbringen. Auch meine Frau und ich haben an diesem Abend zahlreiche Gespräche mit Anwohnern geführt.
Das Ergebnis: viele kritische Hinweise, insbesondere zu Sitzgelegenheiten und Aufenthaltsqualität.

Umso erstaunlicher war es, dass dem Gemeinderat später der unveränderte Entwurf vorgelegt wurde.
Da stellt sich schon die Frage: Welchen Zweck hatte diese Bürgerbeteiligung eigentlich?

Zur Eichgasse selbst:
Sie hat nur drei Zugänge, davon sind zwei sehr schmal und nicht befahrbar.
Das führt zwangsläufig dazu, dass sie wenig frequentiert ist – und das wird sich auch künftig kaum ändern lassen.

Ich kenne die Eichgasse gut.
Vor einigen Jahren war sie optisch durchaus ansprechend gestaltet: mit Beeten, Stauden, Sitzgelegenheiten und unterschiedlichem Pflaster. Damals war ich im Streifendienst des Polizeireviers Heilbronn tätig – und die Eichgasse war vor allem eines: Treffpunkt der Trinkerszene. Der nahegelegene REWE-Markt sorgte für stetigen Nachschub.
Ich erinnere mich noch gut an einen Einsatz, bei dem meine Tochter – heute selbst Polizeibeamtin – mit dem Bus aus Böckingen anfahren musste, um mehrere stark alkoholisierte Personen abzutransportieren. Auch viele Anwohner erinnern sich an diese Zeit.
Und sie sagen sehr deutlich: Das wollen wir nicht wieder haben. Trotzdem hält die Stadtverwaltung an langen, formschönen Sitzbänken fest – obwohl ein ähnlicher Versuch bereits einmal krachend gescheitert ist. Hinzu kommen weitere Probleme, die umliegenden Gebäude sind alt, Garagen sind selten, Tiefgaragen gibt es keine. Stellplätze fallen weg. Mülltonnen sollen nicht mehr hinter den Häusern stehen dürfen. Alles in allem – so wird es dargestellt – ein Gewinn für die Anwohner.
Ironie aus.

Zum Schluss noch ein Punkt:
Der aktuelle Zustand der Eichgasse ist vor allem darauf zurückzuführen,
dass dort umfangreich Leitungen verlegt wurden.

Meine Frage lautet daher:
Wie lange werden diese Leitungen halten – und wurde tatsächlich alles erneuert?

Vielen Dank.